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Die Lebensversicherung / AC 2011Im klassischen Sinne diente die Lebensversicherung zum einen der Kostendeckung im Todesfall (frühere Sterbekassen) und als Altersvorsorge. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich diese klassische Ausrichtung stark geändert. Steuergesetzgebung und die Finanzmärkte haben zu einem Wandel oder einer Abkehr vom klassischen Lebengeschäft geführt. Waren früher die Erträge der Lebensversicherung steuerfrei (zumindestens nach 12 Jahren Laufzeit bzw. 5 Jahren Beitragszahlungsdauer), so wird der Ertragsanteil heute besteuert. Der Staat fördert verschiedenste Bevölkerungsgruppen hinsichtlich ihrer spezifischen Altersvorsorge. Arbeitnehmer können staatliche Förderungen für ihre Alterssicherungen in Anspruch nehmen (sog. Riester-Rente). Pendants hierzu wurden auch für Selbstständige eingerichet (Basisversorgung nach Rürup). Daneben besteht die Möglichkeit der Absicherung über sogenannte Betriebliche Altersvorsorgung (BAV). All diese Verträge sind nicht als reine oder einzige Absicherung gedacht. Viel mehr sind sie als Ergänzung der gesetzlichen Rente zu sehen. Ab dem 01.01.2005 haben Lebensversicherung ihre besondere steuerliche Stellung verloren. Die Erträge aus Verträgen die vor diesem Datum abgeschlossen wurden waren komplett steuerfrei, so die Versicherungsdauer mindestens 12 Jahre betrug und die Beiträge mindestens 5 Jahre gezahlt wurden. Mit dem Wegfall dieses Privilegs verlor die klassische Lebensversicherung ihre Bedeutung. Der heutige Trend liegt mehr in sogenannten Fondspolicen. Hierbei erfolgt die Anlage der Beiträge vorwiegend oder komplett in Fondsanteilen. Naturgemäss ist dies eine relativ riskante Anlageform. Durch diesen Trend verschwimmen die Grenzen zwischen Versicherungs- und Bankengeschäft immer mehr. Sparpläne von Banken und Fondsversicherungen stehen heutzutage in Konkurrenz zueinander. Die Zinsen von Banksparplänen sind hierbei oftmals attraktiver. Auf der anderen Seite bieten Versicherungen Garantien, was die spätere Verrentung angeht. So ist das Vermögen eines Banksparplanes irgendwann verbraucht, während die Rente aus einer Versicherung bis an das Lebensende garantiert ist. Über die Lebensversicherung ist aber auch die reine Absicherung von Risiken möglich. Hier sei die Risikolebensversicherung genannt. Eine bezahlbare Form des reinen Todesfallschutzes. Sie ist auch bei der Absicherung von Krediten eine wichtige Komponente (insbesondere im Bereich der Baufinanzierung). Als Zusatzversicherung zu einer Lebensversicherung oder als eigenständiges Produkt ist auch die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit möglich. Fazit: Die Wahl des passenden Produktes hängt von mehreren Faktoren ab (Motiv des Abschlusses, Lebenssituation, verfügbares Budget, etc.). Eine gezielte Analyse ist unumgänglich. Staatlich geförderte Alterssicherungen sollten hingegen in jedem Fall in Anspruch genommen, da man ansonsten bares Geld verschenkt! Die Lebensversicherung, in ihren diversen Ausprägungen, ist ein sinnvolles Instrumentarium für verschiedenste Lebenssituationen und notwendigen Absicherungen. Es empfiehlt sich jedoch zu vergleichen, um das für die eigene Situation attraktivste Angebot zu finden. Man muss hierbei bedenken, dass solch ein Abschluss eine längerfristige Bindung darstellt und der Vertrag unter Umständen bis zum Lebensende bestehen wird.
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